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Lange LS-Kabel oder lieber lange NF-Kabel? (2004)

Bei der Konfiguration der Hifi-Anlage und der Aufstellung der einzelnen Komponenten stellt sich oft die Frage:
1. Endstufen dicht bei den Lautsprecherboxen positionieren, also möglichst kurze Lautsprecherleitungen und dafür lange Verbindungen zwischen Vor- und Endstufe oder aber
2. Endstufe möglichst dicht bei der Vorstufe, also lange Lautsprecherleitungen und kurze Verbindungen zwischen Vor- und Endstufe.
Für beide Varianten gibt es gute Argumente.

Grundsätzlich gilt: Alle Verbindungungen so kurz wie möglich!

Es ist allerdings bei einer technisch korrekten Ausführung aufwendiger und damit auch teurer, Leistung wie bei der Lautsprecherleitung zu übertragen als einfach nur Spannung wie bei der Verbindung Vor-/Endstufe oder auch Quelle/Vorstufe.

Das heißt, lange Lautsprecherleitungen werden bei gleicher Qualitätsklasse aufgrund des nötigen Aufwandes immer teuer sein als lange Vor-Endverstärker-Verbindungen.
Damit hätten wir schon mal ein erstes relevantes Vorentscheidungsargument.
Der nächste Punkt wäre die Ausgangsimpedanz der Vorstufe. Davon hängt nämlich ab, wie lang die Verbindung Vor-Endverstärker sein darf, ohne daß Verluste im Hochtonbereich aufgrund der Kabelkapazität auftreten können. Mit einer Vorverstärker-Ausgangsimpedanz zwischen 0 und 50 Ohm sollte man eigentlich für alle denkbaren und undenkbaren Fälle im Heimbereich im grünen Bereich liegen.
Bei allen darüber liegenden Werten (speziell Röhrenvorstufen) muß der Einfluß der Kabelkapazität berücksichtigt werden und besser die Verbindung Vor-/Endstufe so kurz wie möglich gewählt werden.
Das kann auch hier in der Tabelle nachgeschaut oder nachgerechnet werden.
Ansonsten kann man sagen: Alles, was 3m nicht überschreitet, ist bei guten Kabeln hinsichtlich der Kabelparameter absolut unkritisch und damit auch die Zusammensetzung der jeweiligen Längen-Kombinationen.
Ein weiterer Punkt wäre die Empfindlichkeit gegen Einstreuungen oder andere Störungen.
Da hat die Lautsprecherleitung normalerweise eindeutige Vorteile. Zum einen durch die herrschenden sehr niederohmigen Impedanzverhältnisse, zum anderen durch den verhältnismäßig hohen Signal/Störung-Abstand.
Bei der Verbindung Vor-Endstufe verhindern extrem niederinduktive Leitungen wie das TMR Ramses und/oder symmetrische Schaltungs-und Leitungsführung (XLR) größeres Unheil.
Auch Vielfach-Abschirmungen können hier helfen, allerdings erfahrungsgemäß auf Kosten des Klanges.
Zum Glück ist im Heimbereich bei sachgemäßer Installation kaum mit entsprechenden Störungen und Einstreuungen zu rechnen, so daß dieser Punkt in der Praxis keine Rolle spielt.


 

Gelegentliche Inkombabilität von Verstärkern mit dem TMR Ramses LS (2005)

Das TMR Ramses hat einige sehr gute Eigenschaften, eine davon ist ohne jeden Zweifel die extrem geringe Induktivität. Vielleicht ist sogar dieser Faktor in hohen Maße für die außerordentlichen Klangeigenschaften des TMR Ramses mitverantwortlich.
Anscheinend sind einige kleine Verstärkerhersteller ebenfalls dieser Meinung, und vermeiden daher sogar diejenigen Induktivitäten im Verstärkerausgang, die normalerweise für die Stabilität der Schaltung an komplexen (insbesondere kapazitiven) Lasten notwendig sind. Sie verlassen sich dabei auf die üblicherweise verhältnismäßig hohen Induktivitäten bei üblichen Lautsprecherkabeln und Lautsprecherboxen.
Fallen nun beide möglichen Korrekturfaktoren weg, sei es durch Betrieb von fast induktivitätsfreien Leitungen wie dem TMR Ramses in Verbindung mit impedanzkompensierten Lautsprecherboxen (wie z.B. allen TMR-Lautsprecherboxen), so arbeitet der Verstärker u.U. schnell im instabilem Arbeitsbereich, wenn er selbst nur eine verlustarme Kapazität von 3nF wie z.B. einem TMR Ramses zu treiben hat.
Die Gegenkopplung des Verstärkers wird durch die zusätzliche Phasendrehung zur Mitkopplung und der Verstärker fängt sehr hochfrequent an zu schwingen. Normalerweise wird sowas von der Schutzschaltung des Verstärkers erkannt und der Ausgang abgeschaltet; falls keine HF-Detektion vorhanden ist, wird der Verstärker schnell sehr warm und die Thermosicherung sollte dann die Last abschalten. Nur bei Verstärkerkonstruktionen, die ohne jede oder mit sehr wenig Gegenkopplung im Ausgang auskommen, kann das Weglassen von Induktivitäten im Ausgang u.U. halbwegs funktionieren.

Wir halten das Weglassen von Schutz- und Stabilitätseinrichtungen zugunsten einer angeblich besseren "Klangqualität" für keine gute Idee. Klangqualität sollte niemals auf Kosten der Betriebssicherheit und Stabilität erzielt werden, zumal es auch gar nicht nötig ist. Es gibt mehr als genug Beispiele dafür, daß Betriebssicherheit und Klangqualität problemlos zusammen machbar sind. Wer anders argumentiert, denkt nicht auf dem Stand der Technik.

Vermeiden Sie daher Geräte, die in Verbindung mit dem TMR Ramses Probleme bereiten.
Es kann nicht angehen, daß sich ein Verstärker allein durch den Anschluß eines Kabels aus dem Tritt bringen läßt.

Wenn ein Verstärkerkonstrukteur nicht in der Lage ist, einen unter allen möglichen Betriebszuständen stabilen Verstärker seinen Kunden anzubieten, werden voraussichtlich auch sonstige Qualitäten nicht auf dem Stand der Technik sein.

Unser Tip: So schnell wie möglich verkaufen!


Elektrischer Widerstand der gängigsten DIN-Cu-Leitungen (2001)

ø [mm]:
Fläche [mm²]:
Widerstand [mΩ/m]:
0.1 0.0079 2235
0.25 0.0491 357
0.5 0.1963 89.4
0.75 0.4418 39.6
1 0.7854 22.3
1.5 1.77 9.9
2 3.14 5.6
2.5 4.91 3.6
4 12 1.46
6 28.3 0.62
10 78.54 0.223

 

Elektrischer Widerstand der gängigsten AWG-Cu-Leitungen (2001)

Drahtstärke AWG:
ø [mm]:
Fläche [mm²]:
Widerstand [mΩ/m]:
28 0.32 0.08 207.6
26 0.40 0.126 131.5
24 0.51 0.2 83.35
22 0.64 0.32 52.81
20 0.81 0.52 33.36
18 1.02 0.82 20.96
16 1.29 1.3 13.19
14 1.63 2.09 8.30
12 2.05 3.15 5.22
10 2.59 5.27 3.28


AWG = American Wire Gauge

Einspielzeit bei NF-Leitungen

NF-Kabel, d.h. Lautsprecherkabel und die Verbindungsleitungen zwischen den übrigen Geräten, verändern im Laufe ihrer ersten Einspielzeit in gewissem Maße ihre Klangeigenschaften.

Diesen Umstand sollte man beim Testen verschiedener Kabel auf jeden Fall berücksichtigen. Die meisten Kabel klingen bei Testbeginn meistens etwas vordergründig, harsch und "eckig" und verändern sich im Verlaufe der Einspielzeit in Richtung räumlich und "geschmeidig".

Die Gründe hierfür liegen nach unseren Erfahrungen in der Art des verwendeten Dielektrikums.
Verschiedene Kabelhersteller geben dafür unterschiedliche Begründungen (u.a. auch hier nachzulesen), über den Tatbestand als solchen sind sich aber alle einig.
Je nach Dielektrikum und Leiteraufbau benötigen einige Kabel zum Einspielen mehr oder weniger Zeit als andere, einige sogar unendlich viel Zeit. ;-)


 

  1. Einfluß der Kabelkapazität bei NF-Kabeln (2001)
  2. Einfluß der Kabelkapazität bei Lautsprecherkabeln (2001)
  3. Die Wahrheit über Lautsprecherkabel (2014)
  4. Auswahl von Lautsprecher- und anderen -kabeln (2001)
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